
Das neue Programm des Sidonia-Ensembles widmet sich Werken aus dem Frühbarock. Neben dem bekannten "Verleih uns Frieden genädiglich" von Heinrich Schütz, das vor dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges entstand, wird gesitliche Vokalmusik von Johann Hermann Schein, Andreas Hammerschmidt, Melchior Franck u.a. zu Gehör gebracht.

Der Dreißigjährige Krieg war einer der verheerendsten in der europäischen Geschichte. Allein in Deutschland fiel ihm ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer, fünf Millionen Menschen. “Verleih uns Frieden”, diesen eindringlichen musikalischen Ruf nach einem Ende des furchtbaren Leides, veröffentlichte Heinrich Schütz 1648 in Dresden. Im selben Jahr endete der Krieg mit dem Westfälischen Frieden.
Heinrich Schütz war nur einer der vielen musikalischen Chronisten dieser Schreckensjahre, denn auch während des Krieges war Musik ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Anders als man vermuten würde, erlebte die Musik in manchen Regionen sogar eine Blütezeit. Dennoch beeinflusste der Krieg das Musikleben, die Komponisten und ihre Werke.
Das neue Programm des Sidonia-Ensembles für Alte Musik präsentiert die herzzerreißende Schönheit der Musik dieser konfliktreichen Zeit. Vorgestellt werden Werke bekannterer Komponisten wie Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein, Melchior Franck und Andreas Hammerschmidt, aber auch von Geheimtipps wie Heinrich Albert, Johann Stobäus, Johann Hildebrand und Johann Staden.
Das Konzert am Samstag, dem 30. Mai 2026, um 19:00 Uhr in Schlosskapelle der Zitadelle Jülich findet in Kooperation mit dem Museum Zitadelle und der Overbacher Singschule statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Ein kostendeckener Beitrag beträgt ca. 10 Euro pro Person.